Abschlussbericht

Mittlerweile sitze ich wieder in meinem alten Zimmer in Deutschland und habe mich hier auch schon wieder etwas eingelebt. Daher gibt es jetzt auch den letzten meiner vier Berichte.


Über den dritten Term an sich gibt es nicht viel Spannendes zu berichten. Der Unterricht verlief gut und ich konnte gut mit den neuen Klassen arbeiten. Es war spannend zu sehen wie sich die Klassenstufen voneinander unterscheiden. Denn auch wenn die Schüler der fünften und sechsten Klasse Alterstechnisch nicht viel trennt, hatten viele Sechstklässler eine andere Einstellung zur Schule als die fünfte Klasse. Für mich war es besonders interessant mal in andere Unterrichtsfelder wie Life Skills zu schauen und ich hatte dabei immer ein wenig die Hoffnung den Kindern etwas nützliches auf ihren Lebensweg mitzugeben.

Am Ende des Terms, also in der Closing-Woche haben wir mit den Klassen 4-7 ein kleines Sporttunier veranstaltet. Gespielt wurde Netball mit den Mädchen und Fussball mit den Jungs  und aus jeder Stufe wurde eine Mannschaft gestellt. Da ich immer bei Netball dabei war, weiß ich den Gewinner vom Fußball leider nicht, aber bei Netball hat die sechste Klasse alle abgezogen. Selbst gegen unser „Lehrerteam“ haben sie gewonnen, als ich am letzten Tuniertag ein Spiel zusammen mit einer Kollegin und Schülerinnen aus der siebten gegen sie gespielt habe.

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Unser Lehrer-Schüler Spiel

Netball kann man sich ein wenig wie Basketball vorstellen. Der Unterschied ist, dass eine Mannschaft anstatt aus fünf Spielern aus sieben besteht und man nicht dribbeln darf, sondern sobald man den Ball fängt muss man stehen bleiben. Da ich selber auch (Rollstuhl)Basketball spiele, hat es mir sehr viel Spaß gemacht  und ich habe mich gefreut wieder so etwas in die Richtung zu spielen.

Am letzten Schultag wurden vormittags wieder die Noten verteilt und die Kinder in die Ferien verabschiedet. Zwischen den Verkündungen der Noten haben die Kinder Lieder und Tänze vorgetragen und eine meiner fünften Klassen hat sich von mir mit einem Lied verabschiedet. Das war sehr schön und hat mich ein wenig zu Tränen gerührt. Neben mir haben auch die anderen beiden Lehrerinnen die Schule verlassen, um an einer anderen Schule in Dedza zu unterrichten. Nachmittags wurde dann noch eine kleine Farewellfeier für uns drei gehalten, wo wir nochmal von allen Lehrern und dem Schulpersonal verabschiedet wurden.

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Farewell-Feier

Danach bin ich mit den Freiwilligen aus den anderen Projekten in Urlaub nach Cape Maclear gefahren. Dort wollten wir nochmal so richtig entspannen bevor es ans packen und dann zurück nach Deutschland ging. Viel gemacht haben wir nicht, aber mein Highlight war definitiv das Tauchen im Malawisee. Ich habe zwar schonmal mit Flasche getaucht, aber im offenen Wasser zu tauchen ist etwas ganz anderes als in einem Schwimmbecken wie beim ersten Mal.

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Cape Maclear

Zurück in Madisi hieß es dann Koffer packen und Haus putzen. Es war echt ein komisches Gefühl alles, was ich in Madisi besessen habe in nur zwei Koffer zu packen. Das Haus kam einem auf einmal ganz anders vor. Aber trotz all dem Packen hatte ich nicht wirklich das Gefühl komplett zu gehen, es war mehr so als würde ich wieder in Urlaub fahren.

Am Sonntag bevor wir geflogen sind haben wir dann noch mit den Schwestern ein kleines Farewell gemacht. Es gab Pizza und wir haben ein bisschen darüber geredet, was das Jahr über so passiert ist. Es war sehr schön zu hören wie das Jahr aus ihrer Sicht verlaufen ist. Es wurden Geschenke und Geschichten ausgetauscht und es wurde ein sehr schöner Abend.

Der Tag des Abflugs verlief dann doch hektischer als gedacht und so war auch der Abschied von Madisi relativ schnell und schmerzlos. Am Flughafen trafen wir uns mit den anderen Freiwilligen und auf ging es in die Heimat.

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Goodbye Malawi

Wieder in Deutschland zu sein fühlt sich irgendwie an, als wäre ich da wieder hin zurück gekehrt wo ich vor einem Jahr weggegangen bin. Auch wenn sich vieles Verändert hat. Ich habe mich schnell wieder zu Hause eingefunden und es sind eher kleinere Sachen über die ich mich wundere. Beispielsweise habe ich Tage gebraucht, bis ich mich dran gewöhnt hatte, dass die Klinken und Lichtschalter hier viel tiefer sind als in Malawi oder mir wieder eingefallen ist, in welchen Mülleimer welcher Müll kommt. Aber nach ein paar Tagen hatte ich das auch wieder raus.

Was mir auch aufgefallen ist, ist der Unterschied im „Erwachsen sein“. In Malawi waren wir selbstständig. Dort haben wir alleine, ohne Eltern, gelebt und mussten für uns selbst sorgen (mehr oder weniger). Hier zu Hause muss ich mich um Versicherungen und Krankenkasse kümmern und mein Praktikum organisieren. Ich bin auch selbstständig, habe aber nochmal eine andere Art von Verantwortung.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mit Freude auf das vergangene Jahr zurückschaue und es auf jeden Fall wiederholen würde. Trotzdem bin ich auf froh wieder zu Hause und bei meiner Familie zu sein. Ich freue mich auf alles, was jetzt auf mich zu kommt und vielleicht sehe ich Malawi ja irgendwann wieder.

Eure Hannah

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Mein Leben in zwei Koffern

Der Countdown läuft. Noch wenige Tage und ich sitze im Flieger zurück nach Deutschland. Und das heißt Koffer packen und Haus putzen.  Es ist schon verrückt, das alle meine Sachen in nur zwei Koffer passen (mehr oder weniger). Alles zusammenzupacken macht das ganze nur bedingt realer, denn wirklich in meinen Kopf kriege ich es noch nicht, dass ich in wenigen Tagen wieder Zuhause in meinem alten Zimmer sitzen werde.
Und selbst bei so wenigen Sachen habe ich immernoch etwas aussortiert. 

Aber das Koffer packen ist nicht alles wovon ich euch erzählen will. Wäre ja auch etwas langweilig.
Bevor der ganze Pack-Stress angefangen hat, habe ich erst nochmal Urlaub in Cape Maclear mit den anderen Freiwilligen gemacht. Denn nachdem das Schuljahr mit dem Closingday und einer kleinen Farewellfeier für mich und zwei andere Lehrerinnen zuende ging, hatten wir noch etwas mehr als eine Woche Ferien. Am See haben wir uns dann etwas Entspannung gegönnt und versucht noch ein wenig brauner zu werden. Ob ihr glaubt oder nicht, wirklick knacke braun sind wir über das Jahr hier nicht geworden. Ein Highlight des Urlaubs war für mich das Tauchen. Ich habe mithilfe eines Tauchlehrers eine kleine Tour im Malawisee gemacht. Wunderschöne Fische und zwar in Massen.

Abschiedskuchen anschneiden beim Farewell

Und dann entspannen am Strand

So, für mich ist meine Zeit hier in Malawi ja sogut wie vorbei. Trotzdem möchte ich diesen Blog noch nicht beenden. Ich habe noch ein paar Post-Ideen, zu Themen über Malawi, die Kultur und ähnliches. Also wird es auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland weitere Texte geben, bis ich dann keinen Plan mehr hab was ich euch noch so erzählen könnte. 

Dann also bis bald und Tionana
Eure Hannah

Ganz besonderer Besuch

In den Osterferien waren meine Eltern für eine Woche hier und haben mich besucht. Zusammen haben wir Urlaub am Malawisee gemacht und einen Nationalpark besucht. Es war toll meine Eltern wieder zu sehen und ihnen hier alles zu zeigen, wie mein Leben hier ist.

Euch möchte ich besonders die Bilder aus dieser Zeit nicht vorenthalten, auch wenn ich im Moment nicht dazu komme alles zu erzählen, was wir erlebt haben.

Auf dem Holzmarkt /Touristenmarkt in Lilongwe Souveniers kaufen. Hier ist viel Verhandlungskunst gefragt.

Eine Mutter mit ihrem Kind. Wir konnten nie zu nahe ran, weil Nilpferde schnell aggressiv werden, wenn sie Kinder haben. Und mit einem Hippo will man sich nicht anlegen

Hippos im Shire-River im Liwonde Nationalpark. Wir haben viele gesehen, auch wenn es die einzigen Tiere abgesehen von Vögeln waren.

Kurz vor dem Abflug nochmal sonnenbaden auf der Wiese vor dem Flughafen.

Sonnenuntergang über dem Malawisee am Cape Maclear.

Spaziergang durch Madisi in Begleitung einiger Dorfkinder. Man braucht nicht unbedingt Chichewa um sich mit ihnen zu verständigen.

Zwischenbericht Nr.3

Nun steht auch schon mein letzter Zwischenbericht aus Malawi an. Gut eigentlich hab ich den schon vor genau einem Monat geschrieben, aber jetzt kann ich ihn euch auch endlich zeigen, damit ich mal wieder etwas auf den neuen Stand gebracht werdet, was hier so alles passiert ist. Also viel Spaß 🙂


Noch drei Monate. Ich stelle immer wieder fest wie schnell die Zeit hier doch vergeht.
Was mir immer mehr auffällt ist, wie alltäglich alles geworden ist. Die Arbeit in der Schule, das Zusammenleben mit Noëmie, alles fühlt sich so an, als wäre es schon viel länger als „nur“ neun Monate so. Daran merke ich, dass ich jetzt irgendwie so richtig angekommen bin. Es ist nicht mehr das Abenteuer ‚In Malawi leben‘, sondern es ist einfach mein Leben, mein Alltag.
Und zu dem Alltag gehören die Arbeit mit den Kindern in der Schule, die Wochenendausflüge nach Lilongwe, die wöchentlichen Chorproben und das Leben mit Noëmie.

In der Schule ist im zweiten Term nicht viel geschehen. Ich habe weiterhin Expressive Arts in der fünften Klasse unterrichtet. Dabei habe ich immer wieder gelernt, was in einer so großen Klassen Unterrichtsmethoden funktioniert und was nicht. Beispielsweise sind Gruppenarbeiten, die ich eigentlich sehr gerne mache um die Kinder mehr zum Nachdenken zu bringen, nicht wo geeignet, weil es schnell sehr laut werden kann. Aber wenn man die Klasse gut unter Kontrolle hat geht auch das.

Zwischendurch haben wir immer wieder Besuch von ehemaligen Freiwilligen bekommen, die in unterschiedlichen Jahren hier in Madisi waren. Es war sehr spannend mich mit ihnen auszutauschen und auch ein wenig aus ihren Erfahrungen zu lernen.

Und dann standen auch schon die zweiten Exams an. Wie auch die ersten sind sie gut ausgefallen, auch wenn ich diesmal die Zeit, die die Schüler brauchen würden, etwas falsch eingeschätzt habe. Das hatte zur Folge, dass die Schüler viel früher als die gegebenen 80 Minuten fertig waren. Die letzte Schulwoche vor den Osterferien bestand dann wieder aus Tests korrigieren und Noten berechnen. Außerdem haben wir Aktivitäten (Lieder, Tänze und Theaterstücke) vorbereitet für den Anfang des dritten Terms, da wir wieder Besuch bekommen sollten. Aber dazu später mehr. Die Kinder sind sehr kreativ und talentiert was die Aktivitäten betrifft. So macht es mir immer wieder Spaß bei den Proben zuzuschauen.

Dann kamen die Ferien und mit ihnen rutschte der Besuch meiner Eltern immer näher. Sie haben mich über die Ostertage hinweg hier in Malawi besucht. Ich war sehr aufgeregt, als wir uns Mittwochsmorgens auf den Weg zum Flughafen gemacht haben. Meine Eltern nach acht Monaten endlich wiedersehen.

Die ersten zwei Tage waren wir in Madisi, wo ich ihnen die Schule, das Krankenhaus und generell den Ort gezeigt habe. Besonders für meine Mutter war das spannend, weil sie Madisi schon seit vielen Jahren kennt, leider aber vorher noch nie hier war. Die Gründonnerstagmesse habe ich zusammen mit meiner Mutter besucht, was ein wunderbares Erlebnis war. Die Musik und die fröhliche Art, wie die Messe hier gefeiert wird hat ihr besonders gefallen. Es war schön meiner Mutter das auch mal in echt zu zeigen und nicht nur durch Fotos und Videos zu vermitteln. Wir hatten direkt die Idee, in unserer Gemeinde auch mal eine Messe auf malawische Art zu feiern. In unserer Gemeinde haben wir einen Verein, der Spenden unteranderem für das Projekt sammelt und es wäre eine schöne Möglichkeit den Leuten mehr als nur Bilder zu zeigen und sie ein klein wenig Malawi erleben zu lassen. Mal schauen ob das klappt.

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Meine Mutter mit Kindern auf unserem Rundgang durch Madisi

Die restliche Zeit sind wir im Süden Malawis herumgereist, in Liwonde und Cape Maclear.
In der Zeit mit meinen Eltern ist mir immer wieder aufgefallen, wie sehr ich mich an das Leben hier „angepasst“ habe. Doch es war schön ihnen mein Leben hier zeigen zu können; ob es nun Kabasa fahren ist oder wie man sich bei Stromausfall mithilfe eines Glases eine Lampe baut. Vieles wird hier einfach anders gehandhabt, wie zum Beispiel das Einkaufen auf dem Markt mit dem ganzen verhandeln oder wie zuvor schon erläutert die Messe und der Umgang mit Religion. Ein Highlight des Urlaubs war die Bootssafari im Liwonde Nationalpark. Wir haben viele Nilpferde gesehen, aber leider kaum andere Tiere. In Lilongwe wurden dann noch Souvenirs besorgt, bevor es am Dienstag wieder Abschied nehmen hieß.

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Nilpferde im Nationalpark

Aber kurz nachdem ich mich von meinen Eltern verabschiedet hatte, kam auch schon der nächste Besuch an, denn zur selben Zeit landeten drei indonesische Schwestern in Lilongwe. Eine von ihnen bleibt hier als fünftes Mitglied im Konvent. Für die Schwestern hatten wir vor den Ferien die Aktivitäten vorbereitet, welche nun nach den Ferien stolz präsentiert wurden.

Dann begann der dritte und somit letzte Term für dieses Schuljahr und leider auch für mich. Über die Ferien hinweg hatten sich einiges in der Lehreraufteilung geändert, sodass ich in diesem Term nicht mehr die fünfte, sondern die sechste Klasse unterrichte. Das heißt wieder ganz viele neue Namen lernen, was mir leider nicht so leichtfällt. Mal schauen, wie viele Namen ich am Ende kann. Außerdem ist, neben Expressive Arts, Life Skills als Fach dazu gekommen. In Life Skills geht es um Gesundheit, Lebensweisheiten und die persönliche Entwicklung der Schüler. In diesem Term spreche ich mit ihnen über HIV und AIDS und Themen, die damit zusammenhängen, wie zum Beispiel Menschenrechte, generell Geschlechtskrankheiten und Krankenpflege. Ich muss sagen, dass ich es sehr sinnvoll finde und mir so ein Fach auch in Deutschland gewünscht hätte. Zwar sind einige der Themen in Fächern wie Biologie oder Politik abgedeckt, aber besonders Themen wie Selbstbewusstsein, zwischenmenschliche Beziehungen und die persönliche Entwicklung werden oft übergangen.

In Expressive Arts habe ich den Term mit einer großen Unterrichtseinheit zu Theaterstücken begonnen, wobei es sehr schön war, die selbstgeschriebenen Stücke der Schüler aufgeführt zu sehen. Auch hier kamen die Life Skills Themen wieder durch, denn die Vorgabe für den Inhalt waren Cross-cutting issues (überschneidende Themen) wie zum Beispiel AIDS, Armut oder Drogenmissbrauch. Leider wissen die Kinder zu diesen Themen viele Geschichten zu erzählen. Mir fiel es nicht leicht immer wieder über diese Themen mit den Schülern zu sprechen, weil ich weiß wie sehr einige davon betroffen sind, auch wenn ich nicht weiß wer. Aber die Theaterstücke haben das ganze etwas aufgelockert und uns alle oft zum Lachen gebracht.

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Aufführung der Aktivitäten

Privat bin ich im Moment oft mit Bewerbungen und dergleichen beschäftigt, was die verbleibende Zeit nur noch kürzer erscheinen lässt. Es ist komisch das alles von hier aus, aus großer Entfernung, zu organisieren. Ich fiebere jetzt schon ein bisschen dem Wiedersehen mit meinen Freunden und meiner Familie entgegen. Gleichzeitig werden Pläne gemacht, was wir noch alles machen wollen bevor wir fliegen. Und das ist noch so einiges. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die letzten drei Monate; in der Schule, mit Noëmie und den anderen Freiwilligen.

Bis zum Abflug ist es ja dann doch noch ein bisschen und dann sehen wir uns wieder. Bis dahin, Tionana. Eure Hannah

As time goes by…

Grade sitze ich im Lehrerzimmer und trage einige Termine in meinen Kalender ein und denke zum bestimmt fünften Mal heute „Es ist schon Juni!“. Es ist Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Und auch das sage ich eindeutig zu oft. In etwas mehr zwei Monaten bin ich wieder zu Hause in Deutschland. Ich habe einen kleinen Kalender auf dem ich die Tage wegstreiche.  Vor einigen Wochen habe ich Noemie das Blatt mit den Worten „Willst du mal was gruseliges sehen“ hingehalten. Es ist manchmal schon echt gruselig wie schnell die Zeit vergeht.

Mein Kalender

Ich dachte mir ich schreibe mal was sich in der letzten Zeit noch so verändert hat. Hab mich ja schon länger nicht mehr dazu gemeldet… 

Was auf jeden Fall auffällt ist die Temperatur. Es wird „Winter“ in Malawi. Es ist zwar noch angenehm, vor allem mittags, aber meine Fliesjacke brauche ich morgens auf dem Weg zur Schule dann doch schon. Und von vielen höre ich dass es noch kälter wird. Nicht selten kommt von den Lehrern dann mal ein Kommentar, ob ich das jetzige Wetter lieber hätte. Wirklich verneinen kann ich das nicht, mir sind die jetzigen Temperaturen lieber als die 35 Grad vor ein paar Monaten.
Außerdem ist die Regenzeit vorbei und schon seit einigen Wochen hat es nicht mehr geregnet. Das merkt man auch daran, dass mittlerweile der Strom und das Wasser öfter ausbleiben.

Vor zwei Wochen haben wir gleich drei Geburtstage gefeiert. In Lilongwe haben wir in Friederikes Geburtstag reingefeiert und Verenas und Antonias Geburtstag nachgefeiert. Dafür habe ich endlich auch nochmal einen Kuchen gebacken. Nachdem wir nämlich dachten, dass unser Ofen kaputt war, ist das für Noemies Geburtstag leider ausgefallen. Dank ehemaliger Freiwilliger, die uns vor den Osterferien besucht haben, fanden wir dann heraus, dass wir einfach nur den Wecker am Herd immer mit anschalten müssen. Jetzt haben wir wieder einen funktionierenden Ofen und das nutzen wir mit Pizza und Auflauf auch oft genug aus 🙂

Happy Birthday

In der Schule gab es für mich auch einige Veränderungen. Durch Änderungen bei den Lehrern habe ich anstatt der fünften Klasse, die ich bisher unterrichtet habe, die sechste Klasse übernommen. Dadurch ist zu Expressive Arts noch Life Skills hinzugekommen. Life Skills beinhaltet hauptsächlich Gesundheit und die  persönliche Entwicklung der Kinder. Jetzt darf ich wieder viele neue Namen lernen und die Kinder kennenlernen.

Die Abschlussklasse

Für die achten Klassen ist die Schule mittlerweile aus. Vor ein paar Wochen hatten sie ihre Abschlussprüfungen und warten nun auf ihre Ergebnisse. Für die Prüfungen kamen extra Aufseher von außerhalb und alle anderen Klassen (und Lehrer) hatten fast eine ganze Woche frei.
Weggefahren sind Noemie und ich in der Zeit aber nicht, weil Noemie arbeiten musste. Es hätte sich gelohnt.

So mehr fällt mir im Moment nicht mehr ein, aber ich habe noch ein paar Berichte in der Mache, die sie nächsten Wochen kommen. (Hoffentlich…)
Bis dahin alles gute und Tionana 🙂

Zwischenseminar

Es ist zwar schon länger her, aber ich dachte ich gebe euch noch ein paar Eindrücke von unserem Zwischenseminar im Januar.

            …oOo…

Eine Woche lang haben wir, 16 Freiwillige aus Malawi, Mozambik, Madagaskar und Zimbabwe, in Carmel unsere bisherige Zeit und unsere Erlebnisse Revue passieren lassen und einen Blick die Zukunft gewagt.

Sonntags bin ich mit dem Fahrer der Schwestern zunächst nach Lilongwe gefahren,um unsere beiden Teamerinnen Julia und Franziska vom Flughafen abzuholen. Es war schön beide wieder zu sehen, denn sie waren auch schon bei den Vorbereitungsseminaren dabei. Von da aus ging es nach Carmel, einer kleinen Klosteranlage in der Nähe von Kasungu. Neben den drei Fathers, die dort leben ist Carmel ein Ort für Exerzizien und andere Gruppen. 

Unser „Seminarraum“, ein wunderschönes Rondell im Garten.

Montags kamen dann in kleinen Gruppen die anderen Freiwilligen über den Tag verteilt an. Jedesmal wenn eine neue Gruppe ankam begann das große kennenlernen aufs Neue. Die Freiwilligen aus Malawi kannten wir schon vom Botschafterfest im Oktober, die anderen waren mir unbekannt. Abends wurden das Kennenlernen mit dem Vorstellen der einzelnen Projekte fortgesetzt.

Die ganze Truppe, mit den Gästen aus der deutschen Botschaft

In den folgenden Tagen wir über viele Themen gesprochen, unter anderem:

  • Sinn und Unsinn von Freiwilligendienst 
  • Kulturelle Unterschiede und als Weißer in Malawi sein
  • Unsere Aufgaben in den Projekten und Alltagsgestaltung
  • Was wir in der verbleibenden Zeit noch machen wollen
  • Probleme und Gefahren
  • Glaube

Abends gab es immer das offene Team, in dem wir den nächsten Tag mitgestalten konnten und so unsere eigenen Ideen mit einbringen konnten. Wer darauf keine Lust hatte hat sich in „Gemeinschaftsraum“ getroffen und Logikspiele und ganz besonders viel Werwolf gespielt, Musik gehört und geredet. Es wurde immer recht spät. Trotzdem ging es morgens noch vor dem Frühstück zum Morgenimpuls, den jedes Mal eine andere Gruppe vorbereitete.

Rückenstärken (Positive Dinge über die jeweilige Person auf den Rücken schreiben)

Neben den Einheiten hatten wir auch Besuch einer Mitarbeiterin der deutschen Botschaft, die mit uns über Freiwilligen- und Entwicklunsarbeit in Malawi geredet hat. Freitags haben wir außerdem das Schneiderprojekt „Taste of Malawi“ besucht. Das Projekt wurde von ehemaligen Freiwilligen gegründet und gibt Frauen aus der Umgebung eine Ausbildung zur Schneiderin.

Eine Minibus Fahrt ist lustig, eine Minibus Fahrt ist schön… 

Sonntags morgens haben wir eine Messe gehalten, ein Mix zwischen englisch und deutsch, die wir selbst vorbereitet haben.Am Montag stand dann auch schon wieder der Abschied an. Wir wollten alle noch nicht so wirklich gehen und so viel der Abschied immer etwas länger aus.

Der Blick in die Ferne vom „Berg“ Carmel

Das Seminar war echt schön und sehr interessant. Es hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken angeregelt und es haben sich viele neue Freundschaften gebildet.

Danke für die Tolle Zeit

Eure Hannah